Schule zu Hause

Schon vor der Corona-Krise wurde es in vielen Ländern immer populärer, Kinder nicht in der Schule, sondern zu Hause zu unterrichten. Ob die neuen Erfahrungen damit nun zu einem verstärkten Trend in diese Richtung führen oder, im Gegenteil, die Arbeit von Lehrern mehr geschätzt wird, bleibt abzuwarten.


Die Corona-Krise macht möglich, was bisher eher als seltener Sonderfall galt: zu Hause lernen. Selbst Studierende haben mitunter am Anfang des Studiums Schwierigkeiten, die nötige Disziplin aufzubringen, um sich in Eigenregie das Wissen anzueignen, das sie benötigen. Für Volk­s­schüler und Schüler bis 18 Jahre bedarf es einer professionellen Organisation und Strategien, um Lernen zu Hause effizient zu gestalten.

Wenn Eltern zu Lehrern werden

Für viele Eltern schulpflichtiger Kinder stellt der Alltag während der Corona-Krise eine  besondere Herausforderung dar: Nicht nur das eigene Home-Office will gut organisiert werden, auch Unterricht zu Hause funktioniert nur mit kompetenter Anleitung. Dafür sorgen im besten Fall die Lehrer, die nicht nur Lernmaterial schicken, sondern auch Informationen, wie damit umgegangen werden muss. Grundsätzlich gilt, einen fixen Lernarbeitsplatz für die Kinder einzurichten, Ablenkungen wie Musik oder Gespräche anderer Familienmitglieder auszusetzen, Arbeitspläne zu erstellen, die eine tägliche Einteilung des Lernpensums möglich machen, aber auch Pausen wie in der Schule zu gewähren.
Die Maßnahmen, an die sich Eltern und Kinder während der bundesweiten Zwangspause der Schulen halten müssen, gelten aber auch für alle anderen Gelegenheiten, wenn zu Hause gelernt wird. Häuslicher Unterricht – auch Homeschooling, Haus-, Heim- oder Domizilunterricht genannt – kann abgesehen von gesperrten Schulen während der Corona-Krise aus den verschiedensten Gründen notwendig werden.
Die Kinder werden von den Eltern oder Privatlehrern zu Hause unterrichtet, weil der Schulbesuch etwa den pädagogischen Vorstellungen und Erziehungszielen der Eltern widerspricht, weil geografische, religiöse oder gesundheitliche Widrigkeiten einen Schulbesuch verhindern oder auch weil die Kinder die Schule in der angebotenen Form verweigern.

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