SERIE DIGITALISIERUNG

Wie Nadeln im  Heuhaufen

Wirkliche Spezialisten sind nicht nur in der IT-Branche heiß begehrt, aber selten. Eine Entspannung der Lage ist Brancheninsidern zufolge nicht in Sicht.


Die Digitalisierung geht unaufhaltsam voran, sie erobert immer mehr den beruflichen sowie auch den privaten Alltag. Dementsprechend gefüllt sind die Auftragsbücher der heimischen IT-Branche. „Sie ist definitiv eine Wachstumsbranche“, sagt Klaus Veselko, Vizepräsident und Sprecher der Verbandes Österreichischer Software Industrie (VÖSI). Das belegen im Vorjahr präsentierte Zahlen: Während die gesamte österreichische Wirtschaft 2017 nominell um 4,6 Prozent wuchs, verzeichnete der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) für seine Branchen ein Umsatzwachstum von 13 Prozent. Treiber war dabei die IT-Branche mit einem Umsatzanstieg von 13,4 Prozent auf 23,98 Milliarden Euro. Daran wird sich auch heuer und in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht allzu viel ändern.

Lange Suche. Der Bedarf an Mitarbeitern ist groß, diesen zu decken ist allerdings alles andere als einfach. „Einen Programmierer, der zwei oder drei Programmiersprachen gut beherrscht, sucht man mindestens sechs Monate, manchmal aber auch ein Jahr oder länger“, weiß Veselko. Gleiches gelte für andere Spezialisten, während Projektleiter und -koordinatoren, die  etwas breiter aufgestellt seien, meist auch rascher gefunden werden können. „Es fehlen zumindest 10.000 Fachkräfte“, sagt DI Martin Zandonella, UBIT-Fachgruppen-Obmann Kärnten und IT-Berufsgruppensprecher.
Der Mangel an Fachkräften ist für beide jedoch keine neue Entwicklung. „Es gibt ihn in unserer Branche seit Mitte der 1990er-Jahre“, erzählt Veselko. In der Vergangenheit sei es jedoch immer wieder zu einer Entspannung gekommen, etwa durch das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 oder die Wirtschaftskrise 2008. Nun ist angesichts der Digitalisierung allerdings nicht so bald mit einer Entspannung zu rechnen, glauben die Branchenkenner.