Der Klimawandel zeigt sich überall

Die globale Erwärmung betrifft uns alle. Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, kann mittlerweile die ersten Auswirkungen auf Flora und Fauna erkennen.


Der Klimawandel hat uns fest im Griff. Die Mittelwerte steigen, extreme Wetterereignisse wie Dürreperioden, Überflutungen, Waldbrände oder Hitzewellen nehmen zu. Aber auch die Natur hat mit der Erderwärmung zu kämpfen. Das gilt nicht nur für die schmelzenden Polkappen. Auch in Österreich hinterlässt der Klimawandel bereits deutlich sichtbare Spuren.
„Am offensichtlichsten ist er bei den Gletschern“, sagt dazu Assoz. Prof. Mag. Dr. Ulrich Foelsche vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Universität Graz. „Die Pasterze beispielsweise, Österreichs größter Gletscher (am Großglockner), hat in den vergangenen zwölf Jahren 70 Meter an Mächtigkeit verloren“, so Foelsche. Aber auch die anderen heimischen Gletscher schmelzen – und das immer rascher. Forscher gehen davon aus, dass selbst bei einer starken Reduktion der Treibhausgase maximal ein Fünftel der insgesamt 925 Gletscher gerettet werden kann.

Längere Vegetationsperiode. Man muss aber gar nicht so hoch hinaufsteigen, um die drastischen Folgen der Erderwärmung zu sehen. „Die Vegetationsperiode verlängert sich“, beschreibt der Experte. Manche Pflanzen blühen früher. Weil es trotz der Erderwärmung aber auch im März und April noch zu Nachtfrösten kommen kann, stellt die vorzeitige Blüte, etwa von Obstbäumen oder Wein, ein Problem für die Obst- und Weinbauern dar. Immer öfter verschiebt sich auch die Fruchtreife nach vorne, teils sogar deutlich. Bei den schwarzen Holunderbeeren seit den 1980er-Jahren immerhin um 20 Tage, so Foelsche.     
Apropos Bäume: Immer öfter werfen sie ihre Blätter oder Nadeln im Herbst später als noch vor einigen Jahren ab. Zu den Nutznießern der Erderwärmung gehören übrigens auch Unkräuter. Wie z.B. das Erdmandelgras, das mittlerweile schon in Teilen Kärntens, der Steiermark, Nieder- und Oberösterreichs heimisch geworden ist.