Wie viel Bildung braucht das Land?

„Bildung ist eine unserer wichtigsten Investitionen in die Zukunft“ – ist einleitend im Kapitel 6 des türkis-grünen Regierungsprogramms zu lesen. Auf Bewährtem soll aufgebaut werden, Reformen nach internationalem Vorbild in die Gänge kommen.

Das Ziel, dass kein Kind die Schule verlassen soll, ohne die Grundkompetenzen für ein selbst-ständiges Leben erworben zu haben, ist lobenswert, zumal sich Österreich auch beim letzten PISA-Test – wie schon in den Jahren davor – maximal im Mittelfeld bewegt. Die Kenntnisse in Sachen Leseverständnis und in Mathematik waren im Vergleich zu den Vorjahren stabil, in den Naturwissenschaften sind sie jedoch seit 2006 rückläufig.             
Wie immer fragte die PISA-Studie kaum gelerntes Wissen ab, sondern untersuchte hauptsächlich, ob die Schüler Wissen anwenden, Informationen verknüpfen und eigene Lösungswege finden können. Bei den Basiskompetenzen in Deutsch, Englisch und Mathematik sollen heimische Schüler aber künftig aufholen, denn geht es nach den Plänen der Regierung, soll eine „Mittlere Reife“ eingeführt werden. Hier soll am Ende der Hauptschule, der Neuen
Mittelschule und der AHS Unterstufe überprüft werden, wie gut sich die Schüler in diesen Grundkompetenzen schlagen. Passt der Erfolg nicht, können sie nicht in eine berufsbildende Schule oder eine AHS-Oberstufe aufsteigen. Ähnlich der Zentralmatura soll auch die Mittlere Reife nach einem einheitlichen Schema für alle ablaufen.

Konkrete Pläne fehlen noch

Es ist wohl noch zur früh, um aus den Bildungsplänen der neuen Regierung künftiges Entwicklungspotenzial abzuleiten. Bescheiden fällt zumindest bisher das Urteil von Experten aus, wenn es um die Inhalte des Regierungsprogramms   in Sachen Schule und Lehre geht. Als „Sammelsurium von Maßnahmen“ ohne gemeinsames Ziel sehen die Bildungsexperten Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann vom Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Wien und die pensionierte, aber politisch nach wie vor umtriebige AHS-Lehrerin und Buchautorin Heidemarie Schrodt die türkis-grünen Pläne in der Bildungspolitik.

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