Profitable Erderwärmung?

Während die meisten Menschen in Bezug auf den Klimawandel das Glas schon fast leer sehen, haben manche Branchen gute Gründe, es als halbvoll zu betrachten. Insbesondere das Baugewerbe profitiert in gewisser Weise von den geänderten Bedingungen. Auch wenn Profitdenken in diesem Zusammenhang einen schalen Beigeschmack hat, so nutzt es der Sache über Umwege doch.

Anfang des Jahres rufen traditionell einschlägige Messen bauwillige Österreicher dazu auf, sich über die neuesten Trends, Innovationen und Angebote im Bauwesen zu informieren: Von 6. bis 8. März 2020 findet in Wels die Energiesparmesse zu den Themen Bau, Bad und Energie statt. Davor, konkret von 20. bis 23. Februar 2020, sammeln sich Interessierte bei der Bauen & Energie Wien. Bei diesen Gelegenheiten wird auch das Thema Klimawandel relevant sein, denn die damit einhergehende Erwärmung und die Intensivierung von Wetterereignissen macht auch vor der Baubranche nicht Halt.

Social Costs of Carbon

Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Katherine Ricke hat an der University of San Diego 2018 eine Studie über die volkswirtschaftlichen Kosten des Klimawandels erstellt. Demnach werden überraschenderweise neben vielen armen Ländern vor allem die USA Schaden nehmen, während Europa eher auf der Gewinnerseite bleibt. Ricke analysierte dazu die „Social Costs of Carbon“, kurz SCC, das ist die Summe des ökologischen Schadens, der durch die Effekte der Emission einer Tonne Kohlendioxids in die Atmosphäre entsteht. Ricke überraschte mit ihrer Studie all jene, die davon ausgingen, dass der Klimawandel nur Verlierer im Schlepptau habe.
Die SCC beziehen folgende Kosten mit ein: die direkten Kosten ökologischer Schäden wie Stürme oder Dürren, Überschwemmungen oder Ernteausfälle; Vermeidungs- oder Anpassungskosten wie jene für die Umstellung von Energieversorgung, Nahrungsmittelproduktion oder Wasserversorgung und die Abmilderungskosten – das sind die Kosten für Klimagas-Gegenmaßnahmen wie CO2-Senkung, die Erhaltung oder Aufforstung von Wäldern etc.

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