Aus Lehrlingen werden „Genuss-Botschafter“

Acht Lehrlinge beendeten vor kurzem den ersten Teil der Zusatzqualifikation als „Genussbotschafter Ötztal“. Im Einstiegsmodul arbeiteten sie zusammen mit Metzgern in Längenfeld und Sölden, lernten Fleisch zu veredeln und kreierten schmackhafte Gerichte.

Vom Kühlschrank in die Pfanne, hin zur Kunst auf dem Teller und Geschmackserlebnissen auf der Zunge: Koch- und Gastronomielehrlinge lernen Filets oder Braten zuzubereiten und ansprechend zu präsentieren. Häufig fehlt jedoch das Wissen darüber, woher die Lebensmittel kommen und wie diese nachhaltig verwendet werden. „Vielen ist nicht bewusst, dass fast jedes Teil des Tieres verarbeitet werden kann – das zeichnet einen guten Koch aus“, erklärt Mathias Wilhelm von der Hofmetzgerei Sölden. Er und Dorfmetzger Armin Kuprian aus Längenfeld öffnen – wie viele andere heimische Produzenten – ihre Türen für die Lehrlinge. Die Ausbildung „Genussbotschafter Ötztal“ setzt sich aus drei einwöchigen Modulen zusammen. Beim ersten Kurs im November widmeten sich die Teilnehmer den Ötztaler Fleischspezialitäten. Im Juni 2020 folgt die zweite Einheit zum Thema Almwirtschaft. Das Abschlussmodul im Herbst nächsten Jahres umfasst Wild, Fisch, Obst und Wein sowie die Natur und Kultur des Ötztals.

Stück für Stück zum Genuss

Bergschafe, Lämmer und Rinder wie das Tiroler Grauvieh – all diese Tiere leben auf den Wiesen und in den Ställen des Ötztals. Bevor das Fleisch Teil eines Abendmenüs wird, verarbeiten es die heimischen Metzger sorgfältig. Diesen Prozess erlebten die angehenden Genussbotschafter in der ersten Ausbildungswoche hautnah mit. „Das sind immerhin Lebewesen, die für uns sterben. Deshalb ist es wichtig nichts zu verschwenden, sondern alles zu verwerten“, freut sich etwa der 16-jährige Christian Gritsch, Kochlehrling im ersten Lehrjahr, über die neuen Kenntnisse. „Den meisten Köchen fehlt dieses Wissen, aber ich kann damit ins Berufsleben starten.“

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