Was Firmen wirklich wollen

Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, Agilität sind nur einige Schlagwörter, die in keinem Stellenangebot fehlen dürfen. Aber wollen Firmenchefs wirklich immer Mitarbeiter, die alles selbst entscheiden, mit jedem gut Freund sind und flexibel auf jede Anfrage reagieren? Oft driften die Wünsche der Unternehmen mit dem Angebot am Arbeitsmarkt merklich auseinander.

Arbeitspsychologie, Buchautor und Unternehmensberater Dr. Felix Frei ist überzeugt, dass vieles davon „Sprachmüll“ ist und es dadurch an der nötigen Transparenz fehlt, was Firmenchefs wirklich von ihren Mitarbeitern wollen – aber nicht zu sagen wagen. So ist nach Ansicht des Experten die Teamfähigkeit niemandem in die Wiege gelegt, sondern erst das Ergebnis einer gemeinsame Aufgabe, an der eine Gruppe arbeitet in der jeder seinen Platz findet. Und auch die „Talenteschmiede für High Potentials“
oder das „Commitment zur Innovation und Nachhaltigkeit“ sind lediglich Floskeln, die eher zur Unzufriedenheit und inneren Kündigung führen als zu echter Arbeitsmotivation. Doch bis es so weit kommt, gilt es zuerst einmal, die Hürde der Stellensuche zu nehmen.

Aller Anfang…

beginnt mit der Bewerbung oder davor. Sie erfolgt mittlerweile längst nicht mehr mit klassischen „Hardcopy-Bewerbungsmappen“, in die sich Lebenslauf, Foto und Zeugniskopien quetschen und per Post an die potenziellen Arbeitgeber verschickt werden. Im Gegenteil: Die Digitalisierung hält Einzug, denn geht es nach dem „Xing New Work Trendbook“, so werden künftig mit  „Robo-Recruiting“ alle wesentlichen Schritte im Recruiting bis hin zur finalen Entscheidung auf Basis künstlicher Intelligenz stattfinden. Nur noch drei Prozent der Personalverantwortlichen in Unternehmen ab fünfzig Mitarbeitern wollen Unterlagen auf Papier in einer klassischen Bewerbungsmappe. Dagegen bevorzugen 9 von 10 digitale Bewerbungsmaterialen, wie das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern zeigt.