Die Plastifizierung der Erde

Plastik ist immer und überall. Selbst dort, wo man es nicht vermuten würde, wie etwa in Kleidung und Kosmetika.

Einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zufolge wurden seit den 1960er-Jahren rund neun Milliarden Tonnen Plastik weltweit hergestellt. Damit hat sich dessen Produktion verzwanzigfacht. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht: Bis 2030 dürfte die Jahresproduktion gar auf mehr als sogar 600 Millionen Tonnen steigen. Heimlich, still und leise hat sich Plastik in unserer Welt und in unserem Alltag breit gemacht. Wir begegnen ihm zum einen als PET-Flaschen oder Plastiksackerln, als Verpackungsmaterial von Obst, Gemüse und den meisten anderen Lebensmitteln oder als Einwegbecher beim täglichen Coffee to go.
Aber auch viele Alltagsgegenstände sind mittlerweile aus Kunststoff. Die Bandbreite reicht von der Zahnpastatube und der Shampooflasche über Trinkhalme, Handys, das Gehäuse elektronischer Geräte, Bodenbelägen, Fensterrahmen, dem Armaturenbrett im Auto, Thermopapier und Spielwaren. Und sogar Kleidungsstücke können Plastik beinhalten oder bestehen gar zur Gänze daraus: Das betrifft die Funktionskleidung im Sport oder Outdoor-Bereich oder die klassische Nylonstrumpfhose, aber selbst im T-Shirt oder der Unterwäsche ist Plastik zu finden und zwar als Elastan oder Polyamid. Und sogar die Kosmetikbranche setzt auf den auf Erdöl basierenden Rohstoff in zahlreichen Kosmetik- und Körperpflegeprodukten. Sie sind mit mikroskopisch kleinen Kunststoffen angereichert, die als Schleifmittel dienen oder Glanz und Konsistenz verbessern. Anderweitig verwendet, sorgen Kunststoffpartikel beispielsweise für bessere Haftbarkeit, Geschmeidigkeit oder dafür, dass Lebensmittel länger frisch bleiben.

Gut fürs Budget, schlecht für die Umwelt

Die Liste lässt sich noch unendlich fortsetzen: Plastik ist formbar, gleichzeitig aber fest, leicht, extrem beständig und eben vielseitig verwendbar. Weiters sind Rohstoff und Herstellungskosten günstig. Eigenschaften wie die eben genannten waren es dann auch, die zum Siegeszug des Werkstoffes geführt haben.